Der Online-Fall: Ex-Dr. zu Guttenberg

25. Februar 2011 von wanoola

Warum ein Blog-Posting schreiben, wenn dieser Sceenshot von www.zuguttenberg.de eigentlich schon alles sagt?

Da ich sehr für ein innovatives (ehrliches) Bildungssystem in Deutschland kämpfe, muss ich das einfach mal loswerden…

Und erneut beweist das Internet seine ungeahnte ultimative Stärke! Ohne die Power of the Crowd zahlreicher User wären die – nicht mit Fußnoten gekennzeichneten – Teile seiner Doktorarbeit wohl nie aufgedeckt worden! Dank diverser Wiki-Projekte konnte die Internet-Gemeinde einen waschechten Skandal aufdecken, der als vermeintlich harmlose Anschuldigung gegen den Verteidigungsminister respektive die CDU/CSU begann.

Dank der Wiki-Technologie wurde das Ausmaß des Betrugs öffentlich – und das Wort „Betrug“ verwende ich hier bewusst! Viele Nicht-Informatiker denken beim Wort „Wiki“ wahrscheinlich gleich an Wikipedia oder Wikileaks. Genau – beide Plattformen basieren nämlich auf derselben Technologie. Hier werden gemeinsam von Internet-Usern über eine Internet-Plattform Informationen zusammengetragen.

Danke an alle Wiki-User, die die entsprechenden Stellen zusammengetragen haben! Gute Arbeit!

Aber auch das boomende Social Network Facebook meldet sich zu Wort. Hier wurde beispielsweise eine Fan-Page „Gegen die Jagd auf Karl-Theodor zu Guttenberg“ eingerichtet. 291.366 Personen gefällt das – während ich das hier schreibe.

Mir gefällt das NICHT, denn…

1. …es handelt sich hierbei nicht um eine „Jagd“, sondern um einen selbstverschuldeten saudämlichen Fehler von Herrn von und zu, der damals entweder „zu“ dumm war oder mit „zu“ viel Geld den falschen Ghostwriter (oder andere Institutionen) engagiert hat. Hier wurde meiner Meinung nach vorsätzlich gehandelt.

2. …sind über 200 nicht gekennzeichnete Textstellen kein Versehen, sondern bewusster Betrug! Gute Arbeit Uni Bayreuth bzw. lieber Herr Doktor-Vater. Glückwunsch! Damit bescheren Sie Ihrer –unserer deutschen– Uni einen ziemlich guten Ruf! (Was machen Sie da eigentlich den ganzen Tag?)

3. …ist das ein Disaster für die gesamte deutsche Bildungspolitik, wenn Herr Ex-Dr. zu Guttenberg damit ungeschoren durchkommt!

Denkt mal drüber nach… (besonders über Punkt 3)!

Ich fordere NICHT seinen Rücktritt und ich halte Herrn zu Guttenberg für einen sehr fähigen Mann!

Was ich fordere sind harte Konsequenzen – wie sie jeder andere Bundesbürger auch befürchten müsste! Wie auch immer die aussehen mögen…

Durch die aktuelle Situation erhält die Aussage der Kanzlerin auf Ihrer Website (http://www.angela-merkel.de/ ) „Auf die Bayreuther Festspiele freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue.“ eine ganz neue Bedeutung ;)

MfG,
wanoola


1 Kommentar zu “Der Online-Fall: Ex-Dr. zu Guttenberg”

  1. Tobias Kraus

    Die Facebookfanseite bezeugt nur wieder, dass in Deutschland Politik zunehmend auf der emotionalen Ebene unter missachtung der Faktenlage diskutiert wird. Das fing bei Sarrazin an, es ging mit Stuttgart 21 weiter und nun Guttenberg. Das ist eine üble Entwicklung die mich an die Tea Party People in den USA denken lässt. Die Zustände will hier, denk ich keiner ernsthaft haben.

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